500W Labornetzteil für ~ 60€

Will man Projekte mit höherem Stromverbrauch testen oder größere LiPo Akkus laden braucht man schon mal ein Netzteil das mehr leistet als die 0815 Geräte der Elektronikversender, sollte aber auch nicht das Budget sprengen 

Im Internet kursieren immer wieder Videos und Artikel über die DC/DC DPS Modul von RDTech. Das hat uns neugierig gemacht und da wir sowieso Bedarf an einem neuen Netzteil hatten gleich 2 bestellt.

Unsere Shoppingliste:
2x DPS 5005USB (50V 5A mit USB-Anschluss)
1x Schaltnetzteil 48V 10A
1x USB Hub Platine

Hardware

Um das ganze zu Verstauen haben wir einen defekten „PA“ Verstärker entkernt. Leider war der Ringkerntrafo sehr viel schwächer als es die Aufschrift hätte vermuten lassen. Zum Vorschein kam 2x 24V x 2A womit klar ist, dass die 600 der Aufschrift nichts mit der tatsächlichen Leistung zu tun haben. 

Nachdem wir alles ausgeweidet haben ist nur noch der Einschalter und die Kaltgerätebuchse, sowie die Lautsprecher Terminals auf der Rückseite übrig, da sich diese auch sehr gut für den Anschluss von Kabeln an unserem Netzteil eignen.

Nun haben wir in der Front platz für die beiden Module geschaffen. Die Gitter sind mit zwei Plexiglasplatten hinterlegt, die wir kurzer Hand mit dem Lasercutter bearbeitet haben. 

Die Gitter wurden mit einem Multitool ausgeschnitten. Und schon passen die Module schön in die Front. In der Rückseite haben wir ein Loch für die USB-B Buchse des USB Hubs gebohrt. Um diese zu befestigen wurde ein 3D gedruckter Halter verwendet.

Nun fehlt noch die Verkabelung des Netzteils mit den Modulen und die USB Verbindungen.

Da die Module eine ordentliche Wärmeentwicklung aufweisen haben wir noch ein Lüfter zur besseren Abführung der Temperatur angebracht. Um die Geräuschbildung zu reduzieren wurde dieser mit Federn aufgehangen. Die Stromversorgung wurde über ein Steckernetzteil realisiert bei dem der Euro-Stecker abgesägt und zwei Leitungen angelötet wurde.

Jetzt kann der erste Test kommen:

Alles läuft. Also Deckel drauf und fertig ist das Netzteil.

Software

Ein Schaltnetzteil ist ja ganz nett aber natürlich will man es auch über den PC auslesen und steuern können. 

RD Tech liefert einen Software dafür mit die auf LabView basiert. Diese kann hier herunter geladen werden. Die Installation ist leider über 200MB groß und ist nur für Windows. 

Etwas suchen hat aber einige interessante Seiten zu Tage gefördert:

Johan Kanflo beschreibt in seinem Blog den Aufbau der Module und hat eine alternative Firmware namens OpenDPS dafür geschrieben, welche per ESP8266 auch per WLAN kommunizieren kann und bietet auch eine in Python geschriebene CLI um diese fernzusteuern.

sigrok ein Tool zum aufzeichnen von Signalverläufen aus verschiedenen Quellen wie z.B. dem BeagleLogic bietet auch eine Unterstützung für verschiedene Module von RDTech.

DPS5005_pyGUI hat uns besonders gut gefallen, da diese bereits eine  Laderegelung für verschiedene Akkutypen mit bringt. Per Konfigurationsdatei lässt sich dies auch für andere Modultypen einfach anpassen. Da die Anwendung auf Python und QT basiert kann sie unter Windows Linux und Mac verwendet werden.

2 Gedanken zu „500W Labornetzteil für ~ 60€“

  1. 500w? wo sollen die herkommenm bei einem travo mit 96w eingangsleisung? ist das ein perpetuum mobile.
    auch komm ich mit den kosten nicht ganz klar.
    ringtrafo +
    2x DPS 5005USB (50V 5A mit USB-Anschluss) +
    1x Schaltnetzteil 48V 10A ( 480W ) +
    1x USB Hub Platine +
    ein gehäuse +
    kosten für lasercut +
    3D-druck +
    kleinteile
    aber sonst gut gemacht. ist ein nettes labornetzteil. danke
    p.s. nicht böse gemeint soll nur zum nachdenken anregen.
    lg hannes

    1. Hallo Hannes,

      danke für deinen Kommentar.
      Der Ringkern war noch in dem Verstärkergehäuse kommt aber nicht im Netzteil zum Einsatz.
      Hier verwenden wir das 480W Schaltnetzteil (ok wir haben uns evtl. um 20Watt vertan, wobei die meisten Schaltnetzteile noch etwas Reserve für kurzfristige Leistungsanstiege haben)
      Ja kosten für Arbeitszeit und Tooling haben wir hier nicht berücksichtigt. Das sind bei uns „Eh-da“ kosten und schließlich ist es ja auch eine Art Hobby bei uns ;).

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